Ephesos

Varius Bad «A» in Ephesos wurde im 1.Jahrhundert nach Christus erbaut und 1926 ausgegraben. Es ist eines der grössten Bäder im antiken Ephesus und verfügte über mannigfaltige Einrichtungen:
Toiletten und, nach römischem Stil, Kaltbaderaum,
lau temperierter Baderaum,
Ablegeraum,
Warmbade- und Schwitzraum.
Man war so modern, dass das Bad über Fussbodenheizung in Form von unter dem Fussboden durchlaufende Warmlufteinrichtungen beheizt wurde (Hypokaust)
Odeon «D» in Ephesos wurde im 2. Jh.n.Chr. erbaut. Auch das Odeon diente als Versammlungsort, allerdings mehr zu künstlerischen Zwecken wie musikalischen Veranstaltungen oder zu Beratungen über die Zunkunft der Stadt.
Hier trafen sich hauptsächlich die Mitglieder des Stadtrates, die Kureten und die Wohlhabenden der Stadt.
Das Odeon bot Sitzfläche für 1500 Personen.
Die Agora «B» in Ephesos ist, neben der Basilika, ein weiterer, ein paar Stufen tiefer liegender Platz. Die Masse sind 160m x 73m, der Platz diente politischen und religiösen Versammlungen. Dazu passend fanden sich an den Rändern der Agora die Häuser verschiedener Beamter.
Die antiken Toiletten in Ephesos
Wasserpalast «G» in Ephesos diente zusammen mit dem Polliobrunnen der Wasserversorgung der Stadt. Er war einer der grössten Bauten und wurde im Jahre 80 v.Chr. von Prokonsul Läcanius Bassus erbaut. Das Bauwerk war von 2stöckigen Säulen umgeben.
Kommunal-Palais «E» in Ephesos diente der Anbetung der Göttin Artemis. Er wurde von 1.Jh. bis ins 3. Jh. v. Chr. erbaut. Im Hof des Kommunalpalastes wohnten die Artemis-Nonnen, auch Kureten genannt. Ihre Aufgabe war das Hüten des ständig brennenden heiligen Feuers zu Ehren der Göttin. Die vom Volk sehr geachteten Nonnen mussten Zeit ihres Lebens Jungfrauen bleiben und nur Mädchen aus den besten Familien der Stadt konnten in den Tempel aufgenommen werden. Man fand hier bei den Ausgrabungen 1956 2 wunderschöne Artemisstatuen, beide sind heute im Ephesusmuseum zu besichtigen.
Die Basilika «C» in Ephesos Auf diesem Platz, westlich vom Odeon gelegen, wechselten Goldhändler Geld und tätigten die Händler der römischen Epoche ihre Geschäfte.
Erbaut wurde die 3schiffige, 165m lange Basilika im 1.Jh. zur Zeit des Kaisers Augustus. Man fand Statuen des Kaisers und seiner Gattin Livia. Diese werden heute im Ephesus Museum ausgestellt.
Domitian-Tempel «H» in Ephesos Der Domitianplatz befindet sich vor dem Wasserpalast. Westlich davon wiederum stösst man auf den Domitiantempel, erbaut von 81 - 96 n.Chr. Dies ist der erste Tempel, der im Namen eines Kaisers erbaut wurde. Die hier gefundenen Statuenreste sind wiederum im Museum zu finden, ebenso wie den Altar, auf dem Krieger und ihre Waffen dargestellt waren. Der Tempel war auf Säulen erbaut.
Memmius Gedenkstätte «I» in Ephesos der Familie Memmius (eigentlich die 2. Generation des Tyrannen Sulla) ist erbaut im 1.Jh. n. Chr. Man findet sie gegenüber dem runden Denkmal der Nike, der geflügelten Götterbotin.
Herakles-Tor «J» in Ephesos in Ephesos mit Herakles Relief wurde im 4. Jh.n.Chr. erbaut, allerdings datiert man die Reliefs selbst älter, auf ca. 2.Jh.n.Chr.
Das Tor hatte Kontrollfunktion: man überwachte so das zu den höheren Gesellschaftschichten kommende allgemeine Volk.
Traianische Brunnen «L» in Ephesos Der im Original 12 m hohe Brunnen, im Namen des Kaisers Traian im 2.Jh erbaut, wurde, um einen Eindruck zu vermitteln, im kleineren Format hier nachgebaut. Das Becken war von 2reihigen Säulen umgeben.
Säulen und Statuenfunde finden sich heute z.T. im Ephesus-, z.T. im Britischen Museum.
Die Kuretenstrasse «K» in Ephesos Kureten nannte man in der römischen Zeit Priester, die sowohl verwaltende als auch religiöse Ämter bekleideten, sowie die Artemis-Nonnen. Sie waren ferner verantwortlich für das andauernde Brennen des heiligen Feuers im Kommunalpalast.
An der Kuretenstrasse befanden sich Säulen, in die die Namen solcher Priester eingemeisselt waren, woher die Strasse ihren Namen bezieht. Unter der Strasse befand sich ein Abflusskanal.
Das Mazäus Mithridates Tor «O» in Ephesos befindet sich rechts vor der Celsusbibliothek und stellt den monumentalen Eingang zur Agora dar. Es stammt aus dem 4. Jh. v.Chr. und wurde von 2 Sklaven erbaut, die von Kaiser Augustus befreit worden waren.
Die Celsus Bibliothek «P» in Ephesos Ein Prunkstück antiker Baukunst und Hort von 12000 Büchern in Rollenform! Tiberius Julius Celsus war römischer Konsul. Als er starb,wurde er am Eingang der Agora bestattet. Sein Sohn Tiberius Julius Aquila wiederum baute als Gedenkstätte für seinen Vater die Bibliothek über der Grabkammer. Allerdings konnte er den Bau wegen Krankheit nicht vollenden, verfügte aber dessen Fertigstellung. So wurde die Bibliothek im Jahre 125 n.Chr. vom Enkel des Konsuls fertiggestellt.
Die Goten verwüsten und plünderten den Ort im Jahre 265 n.Chr. Den Bau, so wie wir ihn heute bewundern können, verdanken wir der Rekonstrukion und Restauration aus den Jahren 1970-78.
Auf dem Platz vor der Bibliothek, dem Auditorium, trafen sich Philosophen zum Gedankenaustausch. In den Nischen hinter der Säulenfassade befinden sich weibliche Statuen, die die Weisheit, die Tugend und die Wissenschaft des Celsus preisen sollen. In einer gewölbten Kammer unter der mittigen Nische findet man den Marmorsarkophag des Namensgebers.
Das Bordell «N» in Ephesos hat seinen eigenen, heute noch erhaltenen Wegweiser: am Anfang der Marmorstrasse findet man einen Fussabdruck und ein Täfelchen mit einem einzigen Satz: "Folge mir!"
Das Bordell selbst steht gegenüber der Celsus Bibliothek und war in einem Haus mit Säulengang aus dem 4.Jh. n.Chr. untergebracht. Mit mit Mosaiken belegten Zimmer lagen um einen Innenhof angeordnet, wobei allerdings angenommen wird, dass diese Zimmer der Bewirtung dienten. Die Zimmer der Freudenmädchen haben wahrscheinlich im ersten Stock gelegen.
Der Hadrianstempel «M» in Ephesos Vor dem Eingang des Hadriantempels befindet sich ein von 4 mit korinthischen Kapitellen bestückten Säulen getragener Bogen. In seiner Mitte ist die Schicksalsgöttin Fortuna zu sehen. Über dem Eingang selbst im Halbkreis zu sehen, die Medusa. Beidseits davon gibt es Darstellungen der Gründungssage von Ephesus.
Der Tempel ist erbaut im 2. Jh.n.Chr. zu Ehren des römischen Kaisers Hadrian. Gegenüber befindet sich ein Mausoleum, wo römische Kaiser (Valentinianus I., Valens, Gratianus) begraben sind. Hier findet man ebenfalls Schrifttafeln mit Anweisungen über die Errichtung von Stadtmauern, ebenso über Festtage in lateinischer und griechischer Sprache.
Die Marmorstrasse «Q» in Ephesos beginnt beim Corressos Tor vor dem Theater und führt zur Celsus Bibliothek. Sie hatte beidseitig überdachte Fussgängerwege und wurde von Wagen befahren. Gebaut ist sie in der hellenistischen Epoche aus, wie der Name schon sagt, Marmor. Unter ihr befindet sich ein grosser Abwasserkanal.
Die Agora «R» in Ephesos war das kaufmännische Herz der Stadt, der Marktplatz. In seiner Eigenschaft als Hafenstadt war Ephesus Umschlagplatz für Waren aus Mittelanatolien und aus fernen Ländern. Schiffe und Handelskarawanen lieferten jede erdenkliche Ware und förderten den Wohlstand der Stadt.
Die Agora hat man sich als quadratischen Hof mit überdeckten Fussgängerwegen und dahinterliegenden Läden vorzustellen. Über die Hafenstrasse war die Verbindung zum Hafen gegeben.
Die Hafenstrasse «Arkadiane» «T» in Ephesos ist auf ihrer Länge von 530m und der Breite von 11m ebenfalls mit Marmor belegt. Sie verbirgt einen grossen Abwasserkanal, der zum Meer führte und wird von Säulen gesäumt. Sie diente als Prachtstrasse für viele Empfangszeremonien von Kaisern und Königen und war gleichzeitig lebhafte Geschäftsstrasse.
Unter Kaiser Arcadius wurde die aus hellenistischer Zeit stammende Strasse renoviert (395-408 n.Chr.), daher der Name Arkadiane.
Das grosse Theater «S» in Ephesos Baubeginn dieser gewaltigen Anlage, die nach Abschluss der Bauarbeiten 24.500 Menschen Platz bot, war in der hellenistischen Epoche. Die Erweiterung begann unter Kaiser Claudius, 41 -54 n.Chr., der Abschluss der Bauarbeiten fiel in die Zeit Kaiser Traianus`98 - 117 n.Chr.
Das dreigeschossige Bühnenhaus ist 18 m hoch und dreigeteilt. Zur Zeit finden noch immer Renovierungen statt, dennoch kann das Theater derzeit zu kulturellen Vorstellungen wie z.B. Konzerten genutzt werden. Die Akustik ist einzigartig!
Die halbkreisförmige Orchestra hat Regenrinnen, in denen das Wasser abfliessen konnte. Sie ist von hohen Wänden umgeben, die das Publikum bei Kämpfen mit wilden Tieren schützten.
Das Stadion «U» in Ephesos Das ursprünglich hellenistische Stadion zwischen Ephesus und Seliuk wurde unter Kaiser Nero baulich verändert. Diese Form können wir heute sehen. Das Stadion hat die Masse 230mx30m und diente Wagenrennen, Gladiatorenkämpfen und sportlichen Veranstaltungen. Die Sitzplätze befanden sich am Fusse des Berges Panayr.
Parkplatz 2 Der Parkplatz 2 liegt unterhalb der Anlage und meist kommt man auf diesem Parkplatz wieder an, da die meisten Reisegesellschaften und Taxen ihre Gäste auf Parkplatz 1 absetzen und an diesem Parklatz dann wieder aufnehmen.
Für Leute die gerne nach oben, also bergauf wandern ist es natürlich sinnvoll das ganze umgekehrt zu machen, sich also hier absetzen zu lassen und die Abholung am oberen Parkplatz zu vereinbaren.
Parkplatz Der Parkplatz 1 liegt oberhab der Anlage und hat den Vorteil, daß man, wenn man von hier aus startet, abwärts läuft, was für die meisten bequemer ist. Deshalb halten meist die Reisegesellschaften bezw. die Taxen auf diesem Parkplatz und holen dann ihre Gäste auf dem Parkplatz 2 wieder ab.
Ephesus ist DAS Must für jeden Türkeibesucher. Man findet hier die wahrscheinlich besterhaltene Gesamtanlage einer antiken Stadt. Noch heute beeindrucken die gewaltigen Bauten, "moderne" Errungenschaften wie z.B. Fussbodenheizungen und Toiletten, die hier zu Anbeginn der christlichen Zeitrechnung schon selbstverständlich waren, als 3/4 vom Rest der Welt hierzu noch die Wälder benutzte...Man verfügte über eine perfekte Wasserversorgung, hatte hohen hygienischen Standard und für das geistliche Wohl stand eine Bibliothek mit 12000 Büchern in Rollenform zur Verfügung.
Spaziert man heute durch Ephesus, so fällt die Kunst der Baumeister mit einer weiteren Glanzleistung auf: durch die Strassen weht ein leises Lüftchen, das die mediterrane Hitze erträglich macht.
Erste Informationen über Ephesus datieren aus dem 7. Jahrhundert vor Chr. Nach wechselvoller Geschichte, persisch, ab 454 v.Chr. hellenistisch, 189 v.Chr. zum Königreich von Pergamon gehörend, zählte Ephesus ab 133 v.Chr. zum römischen Reich. Ursprünglich eine blühende Hafenstadt, verkümmerte Ephesus durch die Anschwemmungen des Kaystros Flusses und der damit ver- bundenen Versandung des Hafens immer mehr und wurde schliesslich für den Seehandel unbrauchbar. Der Niedergang schritt immer rascher vor und als Ephesus im Jahre 1090 n.Chr. von den Seldschuken erobert wurde hatte es gerade mal noch die Grösse einer unbedeutenden Kleinstadt.
Im 14 Jh. n.Chr. erlebte die Stadt nochmals eine kurze Blütezeit, nach der sie dann, ebenfalls noch im 14. Jh. vollkommen verlassen wurde.
Für ausführlichere Informationen verweisen wir auf die einschlägige Fachliteratur.
Der Weg nach Ephesos Es bieten sich mehrere Möglichkeiten an: der beste Startpunkt ist Kusadasi. An jeder Strassenecke kann man dort einen Ausflug zu der berühmten Stätte buchen: es gibt Busfahrten mit Führer, diese beinhalten allerdings meist ein (unnötiges) Mittagessen und dürften daher recht teuer werden. Günstiger ist es, man mietet sich ein Taxi, der Standardpreis, den es natürlich noch zu verhandeln gilt, liegt bei 50,-- DM. Dafür wird man nach Ephesus gefahren, der Fahrer wartet 2 Stunden und man wird zurückge- bracht. Noch billiger ist das Dolmus, Kostenpunkt Sommer 97 ca. 3,-- DM.
Allerdings halten die Dolmus an dem grossen Parkplatz unterhalb der Stadt, man muss den Rest hinauflaufen, oder, wem das zu mühselig (oder heiss) ist, man nimmt lediglich für den kleinen Restweg hinauf ein Taxi. Innerhalb der Stätte läuft man dann wieder den Hügel hinab und trifft somit wieder auf den grossen Parkplatz. Bei Besichtigungen ab Mai empfiehlt sich auf jeden Fall die Mitnahme von reichlich Wasser, Sonnenschutzmittel und Hüten!
Das Minimum, bei dem man die eindruckvollsten Gebäude besichtigen kann, liegt u.E. bei 2 Stunden. Archäologisch und historisch Interessierte können leicht einen Tag hier zubringen und ist man erstmal drinnen, kann man kein Wasser mehr kaufen, daher vorher dran denken!
Impressionen aus Ephesos